Johannes Möller Preis 2019 für Marco Roland Gleiß

Die Möller Stiftung für Wissenschaft und Forschung verleiht alljährlich für eine herausragende Dissertation auf dem Gebiet der Feststoffverfahrenstechnik den mit 5.000 € dotierten Johannes Möller Preis.

Der Johannes Möller Preis 2019 wurde im Rahmen des Jahrestreffens der ProcessNet-Fachgruppe „Mechanische Flüssigkeitsabtrennung“ in Bamberg verliehen.

Der diesjährige Preisträger

Herr Dr.-Ing. Marco Roland Gleiß

erhielt die Auszeichnung für seine Promotionsarbeit mit dem Thema „Dynamische Simulation der mechanischen Flüssigkeitsabtrennung in Vollmantelzentrifugen“, welche er an Karlsruher Institut für Technologie unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. habil. Hermann Nirschl angefertigt hat.

Für das An- und Abfahren als auch für die Beschreibung der Änderung des Lastzustande der Mechanischen Abscheidung von Feststoffen aus Flüssigkeiten in Vollmantelzentrifugen wurde auf Basis eines Bilanzraummodells ein Softwaretool für die dynamische Simulation der trenntechnischen Vorgänge entwickelt und mit experimentellen Daten validiert. Infolge der rechnergestützten Auslegung des Separationsvorganges in Echtzeit ist es möglich die optimalen Prozessbedingungen schon vor dem Betrieb der Anlage festzulegen und somit langwierige Anfahrvorgänge und Analyseschritte während des Betriebs zu minimieren als auch während des Betriebes direkt Prozessanpassungen durchzuführen. Dies erlaubt eine deutliche Reduzierung von Fehlchargen und somit von Produktionsausfällen.

Zur Webseite der Möller Stiftung

 

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Siegfried-Peter-Preis 2019 verliehen

Siegfried-Peter-PreisDer Siegfried-Peter-Preis 2019 geht an Jun.-Prof. Dr. Pavel Gurikov, TU Hamburg-Harburg. Beim Jahrestreffen der ProcessNet-Fachgruppe Hochdruckverfahrenstechnik wurde er für seine Arbeiten zur Entwicklung und Modellierung neuartiger nanoporöser Materialien ausgezeichnet.

Die Arbeitsschwerpunkte von Pavel Gurikov liegen im Bereich der nanostrukturierten Materialien, Massentransfer und grobkörnige Modellierungen. In der ausgezeichneten Forschungarbeit beschäftigte er sich mit allen Aspekten der Aerogelverarbeitung. Aerogele sind eine einzigartige Materialklasse, deren Herstellung maßgeblich auf der Theorie der überkritischen Trocknung beruht. 2015 konnte Gurikov erstmals zeigen, dass die Gelbildung von Biopolymeren unter Kohlenstoffdioxidatmosphäre und Drücken von 3-6 MPa stattfinden kann. Dieser Ansatz der „Kohlenstoffdioxidinduzierten Gelbildung“ konnte auf andere Systeme übertragen werden und stellt derzeit die einzige Möglichkeit dar, homogene Aerogelblöcke beliebiger Größe herzustellen. Außerdem lassen sich so Makroporen in die Aerogele einführen, was sie für Anwendungen etwa für die Isolierung oder in der regenerativen Medizin besonders interessant macht. Darüber hinaus befasste sich Gurikov mit Schrumpfungseffekten, die beim Lösungsmittelaustausch während der Herstellung auftreten. Seine Arbeitsgruppe entwickelte zudem ein Modell für die überkritische  Imprägnierung von Aerogelen und mit praktischen Fragen der Anwendung von Aerogelen.

Pavel Gurikov studierte Chemie und promovierte 2010 an der Mendeleev-Universität für chemische Technik in Moskau. Nach Praktika und einem DAAD-Stipendien übernahm er im Juni 2016 eine Gruppenleitung an der TU Hamburg-Harburg und ist seit 2017 dort als Juniorprofessor tätig.

Die ProcessNet-Fachgruppe Hochdruckverfahrenstechnik verleiht den Siegfried-Peter-Preis im Namen der Professor-Siegfried-Peter-Stiftung der Friedrich-Alexander-Unviersität Erlangen-Nürnberg in Erinnerung an seine großartigen Leistungen.

Der Preis soll einen Wissenschaftler bzw. eine Wissenschaftlerin für herausragende, zukunftsweisende und publizierte Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Hochdruckverfahrenstechnik auszeichnen. Der Preis besteht aus einer Urkunde, die an das Lebenswerk von Professor Peter erinnert und die Leistung des Preisträgers benennt, sowie einen Geldpreis in Höhe von € 1.500.

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„Viele aktuelle Themen kann ein Unternehmen allein nicht mehr stemmen“

Warum engagieren sich Experten aus der Industrie bei ProcessNet, und welchen Mehrwert können Firmen daraus ziehen? Wir haben Dr. Kai Dadhe, Evonik Industries, den neuen Vorsitzenden der ProcessNet-Fachgemeinschaft PAAT gefragt. Was für ihn die derzeit größte Herausforderung für die Prozessindustrie ist, erzählt er im Interview.

Herr Dr. Dadhe, womit beschäftigen Sie sich in Ihrem beruflichen Alltag?

Dr. Kai Dadhe ist der neue Vorsitzende der ProcessNet-Fachgemeinschaft und ProcessNet-Fachgruppe PAAT. Nach dem Studium der Elektrotechnik und der Promotion in Chemietechnik begann er seine Berufslaufbahn 2005 als Projektingenieur in der Verfahrenstechnik bei Evonik. Heute leitet er die Abteilung CAPE & Automation.

Im Bereich der Verfahrenstechnik bei Evonik Technology & Infrastructure leite ich die Abteilung „CAPE & Automation“. Neben der Unterstützung unserer operativen Chemiesegmente im konkreten Projektgeschäft geht es um die proaktive und strategische Weiterentwicklung der bei uns zum Einsatz kommenden Methoden und Technologien. Eine weitere Kernaufgabe ist das Recruiting junger Mitarbeiter und deren Begleitung bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung.

Wie sind Sie auf ProcessNet aufmerksam geworden?

Das erste Mal war ich auf einer Konferenz in den frühen 2000er Jahren in Weimar während meiner Zeit als Doktorand an der TU Dortmund (da ich Elektrotechnik studiert habe, war die Prozesstechnik vorher nicht meine Community).

Weshalb engagieren Sie sich ehrenamtlich bei ProcessNet?

ProcessNet und darin die PAAT halte ich für eine enorm wichtige Organisation, um technologische Fragen und Herausforderungen mit einem breiten Spektrum aus Industrie, Forschungseinrichtungen und Hochschulen zu diskutieren und Lösungen gemeinsam zu finden. Und wie auf dem 57. Tutzing Symposium „100% digital“ zu beobachten war, gehen die aktuellen Fragestellungen rund um die Veränderungen durch die Digitalisierung der chemischen Industrie weit über Technologien hinaus zur Betrachtung gesamtgesellschaftlicher Aspekte.

Was nehmen Sie aus ProcessNet für sich selbst bzw. für Ihr berufliches Umfeld mit?

Die Diskussionen mit den Peers aus der Industrie, Vorträge und Veranstaltungen und damit die Möglichkeit, den Stand und die Entwicklungen der Technik zu beobachten sind für mich Anregungen für das eigene berufliche Handeln. Da viele der aktuellen und komplexen Themen nicht mehr ein Unternehmen alleine stemmen kann, ist der Austausch über Firmen- und Institutsgrenzen hinweg sinnvoll und sehr hilfreich.

Was war bisher Ihre interessanteste Erfahrung/ Erkenntnis im Rahmen von ProcessNet?

Hier ein einzelnes Ereignis herauszusuchen, ist schwierig. Aber die Atmosphäre in Tutzing war schon besonders und einmalig.

Was wünschen Sie sich, was sich in der Fachgemeinschaft PAAT in fünf Jahren verändert haben soll, und wie könnte dies geschehen?

Ganz entscheidend für die Community wird es sein, wie wir die digitale Transformation gestaltet bekommen, so dass die Prozessindustrie in Deutschland fit für die Zukunft ist. Wenn wir in fünf Jahren sagen, dass wir den richtigen Weg gegangen sind, uns nicht von Unwägbarkeiten haben beirren lassen und aus unseren Fehlern schnell gelernt haben, wären meine Wünsche erfüllt. Und ich hoffe, dass wir in der PAAT die Vielfalt der unterschiedlichen Fachgruppen, Arbeitsausschüssen und temporären Arbeitskreisen behalten und weiter entwickeln und dabei  viele interessante Jahrestagungen erleben dürfen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Im Mittelpunkt der Fachgemeinschaft PAAT steht der Plant-Life-Cycle von Produktionsanlagen mit den Schwerpunkten Verfahrensentwicklung und -optimierung, Planung und Bau sowie Betrieb und Maintenance. Betrachtungsperspektive ist dabei der Gesamtprozess bzw. die Anlage sowie das Zusammenspiel der Teilkomponenten. Die Fachgruppe Prozess- und Anlagentechnik konzentriert sich auf die verfahrenstechnischen und abwicklungstechnischen Themen im Lebenszyklus von Anlagen.  Das Jahrestreffen der Fachgemeinschaft findet jeweils im Herbst statt; weitere Informationen unter https://processnet.org/PAAT.html.

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36 Thesen für das Überleben der Prozessindustrie — DECHEMA e.V.

Wie muss die Prozessindustrie auf die Digitalisierung reagieren, damit sich auch in 20, 50 oder 100 Jahren noch eine Rolle spielt? Dieser Frage widmeten sich etwa 100 Experten und Entscheider aus der Chemie- und Prozessindustrie beim 57. Tutzing-Symposion „100% digital: Überlebensstrategien für die Prozessindustrie“. Organisiert wurde die Veranstaltung vom DECHEMA e.V. und der ProcessNet-Fachgemeinschaft Prozess-, […]

über 36 Thesen für das Überleben der Prozessindustrie — DECHEMA e.V.

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NaWuReT- und YoungGeCatS-Summer School 2018: Kreativität für „Dream Reactions“

von Gregor Wehinger

Die Idee der Summer School war es, beide Disziplinen, also Reaktionstechnik und Katalyse, zusammen zu bringen. Nur so kann das volle Potential katalytischer Reaktionen ausgeschöpft werden. Die eingeladenen Sprecher aus der Industrie, z.B. Evonik, Covestro, Lonza, Fraunhofer, Linde und Clariant, zeigten in ihren Vorträgen konkrete Beispiele auf und unterstrichen die Bedeutung einer gemeinsamen Problemlösung.

„Ich bin auf die Summerschool durch Newsletter aufmerksam geworden. Mich hat die große Bandbreite der adressierten Themen angesprochen und vor allem die Verbindung zwischen Reaktionstechnik (NaWuReT) und Katalyse (YounGeCatS). Ich finde, es ist ein tolles Format, dass diese beiden Disziplinen zusammen eine Summer-School organisieren.
Neu waren für mich die Einblicke, die die Industrievertreter in ihren Vorträgen präsentierten. Das ist so in klassischen Vorlesungen oder auf Konferenzen nicht abgedeckt.
Am meisten Spaß hat mir die Gruppenarbeit bereitet, die sich über die gesamte Summer-School zog. Besonders spannend fand ich dabei, dass die Gruppe aus unterschiedlichen Disziplinen, Universitäten und Ländern bestand.
Für meine tägliche Arbeit kann ich von der Summer-School Aspekte der Datenanalyse mitnehmen. Daran hatte ich bisher nicht gedacht. Der Vortrag über dieses Thema hat mir gut gefallen.
Dieses Format kann ich Doktoranden aus beiden Bereichen, Reaktionstechnik und Katalyse, empfehlen.“

Doktorand aus Belgien

Los ging es am Montag mit einer Kreaktiv-Session geleitet von Dr. Julia Gumula. Sie untersuchte in ihrer Promotion u.a. die Wirksamkeit von Brainstorming in der Ideenfindung, weshalb ihr Vortragstitel auch trefflicher Weise „Brainstorming go to hell!“ hieß. Eine selbstgewählte Aufgabenstellung wurde von Kleingruppen mit Hilfe der Kreativtechnik Design-Thinking gelöst.

Ab dem zweiten Tag wurden von je zwei Kleingruppen nachhaltige Prozesse entwickelt für (1) die Ammoniakherstellung ohne fossile Energieträger, (2) effizientes Power-to-X-Verfahren und (3) die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks mit Hilfe elektrochemischer Prozesse. Die Kleingruppen entwickelten sehr engagiert kreative Lösungen zu diesen wichtigen Fragestellungen. Am letzten Tag der Summer-School wurden die Ergebnisse der Kleingruppen möglichst kreative vorgetragen. Das Gewinnerteam, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stimmten darüber selbst ab, stellte ihre Lösung anhand eines Job-Interviews vor.

„Ich wurde auf die Summerschool aufmerksam über die Website der ProcessNet. Ich bin selbst Chemikerin und promoviere jetzt im Bereich der Reaktionstechnik(Ingenieurwesen). Deshalb habe ich diese Verbindung der Summer-School sehr spannend gefunden.
Am Format fand ich im Speziellen die interaktiven Phasen sehr gelungen. Vorträge als direkten Input haben mir dabei geholfen eine neue Perspektive einzunehmen, auch, da Ingenieure aus der Industrie Vorträge hielten. Leider ist der thematische Link zwischen Gruppenarbeit und Vortrag nicht deutlich gewesen.
Am meisten Spaß hat mir die Kreativsession am ersten Tag der Summer-School bereitet. Im Speziellen die kreative Kurzpräsentation, da diese Art von Kreativität in meinem Arbeitsalltag leider zu kurz kommt.
Aus der Summer-School nehme ich mit: unterschiedliche Reaktortypen, die von der Industrie vorgestellt wurden und der detaillierte Modellierungsansatz mit Computational Fluid Dynamics, den Prof. Wehinger vorstellte.
Ich kann die Summer-School sehr empfehlen und hoffe, dass die Thematik auf die Elektrochemie ausgeweitet wird.“

Doktorandin aus Aachen

Wir, als Orga-Team, haben uns sehr darüber gefreut, dass die Teilnahme so zahlreich war – die Summer-School war ausgebucht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren super engagiert und motiviert und überzeugten mit ihren Ideen und kreativen Präsentationen. Unser Konzept, beide Nachwuchsgruppen in einer Summer-School zu bündeln, fand großes Interesse, wie auch die beiden Interviews zeigen. Dabei war uns neben der akademischen Sichtweise auch die industrielle sehr wichtig. Großen Spaß hat mir der Austausch mit den Doktoranden gemacht. Die Kreativitätstechniken werde ich in meinem Arbeitsalltag anwenden.

Eine Neuauflage soll es in zwei Jahren geben, wobei die Zielgruppe Doktoranden und Young Professionals sind.

Orga-Team der Summer-School: (1) Prof. Dr.-Ing. Gregor Wehinger, TU Clausthal, Sprecher der NachwuchsReaktionsTechnik (NaWuReT) (2) Prof. Dr. Dirk Ziegenbalg, Universität Ulm, ehemaliger Sprecher NaWuReT (3) Prof. Dr. Roland Marschall, Universität Bayreuth, Sprecher der Nachwuchsgruppe der Deutschen Gesellschaft der Katalytiker YounGeCatS.

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