Rohstoffgewinnung und Verfahrenstechnik

Sicher keine zeitgemäße Methode mehr: Goldgräber in Kalifornien um 1850

Sicher keine zeitgemäße Methode mehr: Goldgräber in Kalifornien um 1850

Im Film sieht es so einfach aus – einmal mit der Spitzhacke gegen das Gestein geschlagen, und schon fallen wahlweise Erzbrocken oder Goldklumpen vor die Füße des Bergmanns. Doch Rohstoffgewinnung heute sieht ganz anders aus.

Die meisten primären Rohstoffquellen, die noch zur Verfügung stehen, sind schwer zugänglich – beispielsweise auf dem Meeresgrund oder in sehr trockenen Regionen. Und häufig sind die enthaltenen Rohstoffkonzentrationen so gering, dass man mit klassischen Aufschlussverfahren nicht weiterkommt. Dazu handelt es sich häufig um chemisch schwer zugängliche Erze oder polymetallische Vorkommen, die einen hohen Trennaufwand erfordern.
Um die Rohstoffe abzutrennen, müssen die Erze sehr fein gemahlen werden. Der Energieverbrauch dabei ist bisher sehr hoch und muss reduziert werden. Anschließend werden die feinen Stäube klassiert (= gesiebt); hier fehlen Verfahren, die auf die nötigen kleinen Korngrößen optimiert sind. Die anschließenden Trennverfahren, ob Flotation oder chemische Aufschlussverfahren, erfordern sehr viel Wasser; auch hier besteht Forschungsbedarf, um die Wassermengen zu reduzieren oder die Wässer zumindest im Kreislauf zu führen. Gerade für die komplexen Stoffgemische, die dann anfallen, sind neue Trennverfahren nötig. Das können chemische Methoden wie Chromatographie oder Ionentauscherverfahren sein, aber auch geobiotechnologische Verfahren.  Und schließlich gilt wie in so vielen Bereichen der Verfahrenstechnik: Versteht man besser, was eigentlich auf molekularer Ebene passiert, dann lassen sich die Verfahren auch besser vorausplanen und steuern.

All die kurz genannten Aufgaben betreffen unmittelbar die Verfahrenstechnik. Deshalb ist die Rohstoffgewinnung einer der Schwerpunkte für den Zukunftsworkshop.

Dieser Beitrag wurde unter Gewinnung, Aufbereitung, Konditionierung und Veredelung, Rohstoffe veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Rohstoffgewinnung und Verfahrenstechnik

  1. inkss schreibt:

    Ein spannendes Thema für unseren Zukunftsworkshop. Mir geht sofort das in der Öffentlichkeit so intensiv diskutierte „fracturing“ von Erdgas durch den Kopf.
    Bisher waren wir mit unseren Methoden immer in „definierten“ Räumen wie Rührkesseln, Zyklonene etc. Aber was können wir für „nicht klar definierte“ Räume denken. Wie müssen wir unsere Methoden, Verfahren, Unit Operations dafür ergänzen? (Jürgen Kussi).

  2. Urs Peuker schreibt:

    Der Rohstoffmarkt ist getrieben von wirtschaftlichen Randbedingungen: Hohe Investments und lange Laufzeiten, dazu ein zyklisches Geschäft. Als Reaktion sind die gewählten Technologien sehr robust und konservativ.
    Wie kann in Deutschland für die Anforderungen der Rohstoffwirtschaft überhaupt neue Technologie entwickelt und für eine Pilotierung bereitgestellt werden? Wer soll hier die treibende Kraft sein: Staat, Industrie, Wissenschaft? Wie ist es möglich, in dieser Umgebung die Innovationsrate zu erhöhen und Möglichkeiten zu schaffen, innovative Technologien einzuführen?

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