Smarte Chemie im Containerformat

Nichts ist so beständig wie der Wandel. Veränderte Konsumentenbedürfnisse, schnell wechselnde Kundenanforderungen, verknappende Ressourcen – es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die dazu führen, dass in der chemischen Industrie neue oder verbesserte Rohstoffe, ressourcen-effizientere Prozesse und Produkte innerhalb von wenigen Jahren verfügbar sein müssen. Der Zeitraum hierfür, die sogenannte „time to market“, darf heute in der Regel nicht wesentlich länger als zwei bis drei Jahre sein. Wer das nicht schafft, für den ist der Markt meist verloren.

EvotrainerDaher sind gerade im Bereich der Spezialchemie starre Prozesse in großen, inflexiblen Chemieanlagen mit einer modernen und wettbewerbsfähigen Produktion oft nicht mehr zu vereinbaren. Die chemische Produktion der Zukunft ermöglicht eine sichere, schnelle, ressourcen-effiziente und vor allem flexible Herstellung chemischer Stoffe in eher kleinen Mengen und kann sich jederzeit an veränderte Markt- und Kundenbedürfnisse und Rohstoffsituationen anpassen.

Erste Lösungskonzepte hierfür hat der Spezialchemiekonzern Evonik Industries AG in den vergangenen Jahren auch im Rahmen von EU-Projekten erfolgreich entwickelt und erprobt. Der In-house entwickelte „Evotrainer“ bietet dabei für eine breite Palette chemischer Prozesse eine universelle Infrastrukturplattform zur Entwicklung neuer Prozesse und Produkte und deren Produktion im Kleinmengenmaßstab. Durch die Realisierung im Containerformat ist ein mobiler Einsatz der Anlage an unterschiedlichen Standorten und damit die gezielte Ausnutzung von Ressourcenverfüg-barkeit oder Kundennähe möglich. Die standardisierte und damit schnell verfügbare Infrastrukturplattform ermöglicht Zeit- und Kosteneinsparungen während der Planungs-phase und trägt so zu einer reduzierten „time-to-market“ bei. Die Mengenanpassung an Markt- und Kundenbedürfnisse erfolgt schnell durch einfaches numbering-up der Anlagen. Dass dies ein geeignetes Konzept zur nachhaltigen Entwicklung neuer Produkte im Kleinmengenmaßstab ist, hat Evonik Industries erfolgreich demonstriert: Am Standort Rheinfelden werden mit der kompakten Containeranlage seit 2010 zwei Silanverbin-dungen hergestellt. Durch den Einsatz der „Evotrainer“-Technologie konnte die Entwicklungszeit deutlich verkürzt und die Produkte erfolgreich am Markt platziert werden.

Ähnliche Aspekte für die Entwicklung und erfolgreichen Demonstration einer modularen Chemiefabrik der Zukunft verfolgte Evonik Industries gemeinsam mit 25 weiteren Partnern im Rahmen des EU-Projektes „F3-Factory“  (http://www.f3factory.com).

Längst sind jedoch nicht alle Fragen beantwortet. Was bleibt sind offene Punkte, die von Seiten der Verfahrenstechnik zeitnah gelöst werden müssen, um die entwickelten Ansätze erfolgreich und nachhaltig in der Praxis zu etablieren: Wie können insbesondere Downstream-Prozesse ressourcen-schonend in kompakter und modularer Form umgesetzt werden? In welchem Maße lässt sich durch Standardisierung ein weiterer Zeit- und Kostenvorteil bei der Prozessentwicklung erzielen? Wie sieht optimales und robustes Kleinanlagen-Equipment aus? Welche Automatisierungskonzepte können eine modulare Kleinanlage optimal unterstützen? Genug zu tun für die Verfahrenstechnik, um mit dem beständigen Wandel der Märkte und knapper werdender Ressourcen Schritt zu halten.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines, Ressourceneffizienz verfahrenstechnischer Prozesse veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s