Thesen zu Energieumwandlung,–speicherung, und -nutzung

 von Dr. Peter Walther, BASF SE

  1. Effiziente Erzeugung, Übertragung, Speicherung und Nutzung von Energie bzw. Strom wird einen wesentlichen Beitrag zu Klimaschutz und Ressourcenschonung leisten und bietet enormes Potential für die Chemie, insbesondere in der Materialwissenschaft und Prozesstechnologie.
  2. Intelligente Chemie ist die Voraussetzung für Effizienzsteigerungen im Energiesystem der Zukunft: sie liefert die Schlüsselkomponenten für neue Technologien, z.B. Materialien und Systeme für erneuerbare Energien, für Supraleiter, elektrochemische, chemische und thermische Speicher, Konstruktions- und Dämmaterialien, Treibstoffe, oder für neue Kühl- und Beleuchtungstechnologien.
  3. Der weitere Ausbau fluktuierender, regenerativer Energie erfordert langfristig sowohl den Ausbau des Stromnetzes als auch erweiterte Möglichkeiten zur Speicherung und Nutzung von Stromspitzen. Elektrochemische und stoffliche Speicher- und Verwertungskonzepte werden in der zukünftigen Energieinfrastruktur eine wesentliche Rolle spielen. Dabei sind Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit für eine nachhaltige Energieversorgung zentrale Aspekte.
  4. In den genannten Arbeitsgebieten sind Forschung & Entwicklung die entscheidenden Faktoren, um wettbewerbsfähige Produkte im industriellen Maßstab herzustellen. Es  besteht für alle technologischen Optionen erheblicher Forschungs- und Entwicklungsbedarf, in vielen Bereichen sind grundsätzliche Materialfragen noch ungeklärt.
  5. Die neuen Arbeitsgebiete können im Markt nur dann erfolgreich etabliert werden, wenn es eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Industrien mit Politik und Wissenschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette gibt.
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Eine Antwort zu Thesen zu Energieumwandlung,–speicherung, und -nutzung

  1. Eckhard Stroefer schreibt:

    Ja, wenn global in ausreichendem Maße hochwertige Energie zur Verfügung steht, dann sind alle Fragen beantwortet.
    Globaler Umweltschutz ist heute weitgehend Klimaschutz (S. Brand).
    Zur nachhaltigen Bereitstellung hochwertiger Energie steht uns ein Portfolio an Technologien zur Verfügung, welches je nach den gegebenen Randbedingungen sinnvoll eingesetzt werden muss . Dieses umfasst nicht nur Kernenergie sondern auch die Nutzung der hohen Sonneneinstrahlungsintensität im Sonnengürtel, der sich um die Erde zieht. Dieser regenerative Energieschatz kann gehoben werden durch Concentrated Solar Power oder Photovoltaik (PV) – Anlagen. Dabei bedarf PV eines Entwicklungssprunges in der Senkung der Modulherstellkosten bei gleichzeitig hoher Effizienz.
    Über das Medium Strom wird so Wasserstoff bereitgestellt, der in die Erzeugung von Synthesegas und in den Aufbau von handhabbaren organischen Speicherstoffen geht (F. Schüth, A. Olah).
    Biomasse kann zur Energiebereitstellung aufgrund von Limitierungen nur regional einen Beitrag liefern wie zum Beispiel in Indien und Brasilien. Die Limitierungen sind der geringe Wirkungsgrad der Photosynthese und die evolutionsbiologische Grenze von zehn GJ Biomasseäquivalent /Quadratkilometer und Jahr, die einer Population von Säugetierspezies zustehen (W. Wieser). Biomasse dient also primär als Lebensraum für Mensch und Tier, zur Bereitstellung von Nahrungsmitteln und als Quelle prefunktionalisierter Moleküle für die gehobene chemische Synthese.
    Über intermediäre Nutzung von Fracking und Clathraten müssen wir den Weg vom Heute in die Zukunft finden.

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