Thesen zu „Gesundheit und Ernährung“

Im ProcessNet-Zukunftsworkshop soll anhand von Thesen diskutiert werden. Diese stellen wir in der nächsten Zeit hier vor. Sagen Sie uns, was Sie davon halten – Ihre Kommentare fließen mit in die Diskussion ein.

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  1. Die Lebensmittelindustrie erwirtschaftet mit ca. 150 Mrd. Euro Jahresumsatz in Deutschland rund 5 % des Bruttoinlandseinkommens. Der Markt wird zunehmend innovativ und forschungsintensiv. Wie kann der nationale, heute überwiegend mittelständisch strukturierte Markt auf Dauer gegenüber internationalen Global Playern wettbewerbsfähig werden bzw. bleiben?
  2. Rohstoffe für Lebensmittel sind begrenzt, die Lebensmittelproduktion konkurriert mit alternativen Nutzungsmöglichkeiten. Die zu ernährende Weltbevölkerung wächst exponentiell. Gleichzeitig wachsen die Ansprüche an die Qualität der Ernährung. Erfolgsversprechende Lösungssätze sind eine vielfältige Optimierung und Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion. Verluste bei Lagerung müssen vermieden werden, Technologien zur Verbesserung der Haltbarkeit der Produkte werden gesucht. Den Gewinn von tierischem Eiweiß aus eingesetzten Futtermitteln gilt es in der Tierernährung zu optimieren.
  3. Rohstoffe fallen regional und jahreszeitlich unterschiedlich und mengenmäßig oft beschränkt an. Hierzu sind die Qualitätsmerkmale bei Nahrungsmitteln sehr komplex und werden von unterschiedlichen Gruppen unterschiedlich wahrgenommen. Ist die Verwendung von mehr Technik (Gentechnik, Nanotechnologie, …) oder die vollständige Freiheit von Zuschlagstoffen, sogenannte „clean label“ Produkte der richtige Weg für eine bedarfsgerechte Ernährung?
  4. Die Gesundheitsversorgung einer immer älter werdenden Weltbevölkerung erfordert die Entwicklung von Lebensmitteln mit zusätzlichen Funktionen. Funktionelle Zusatzstoffe sind für eine moderne Lebensmittelverarbeitung wichtig. Neue Screening / Hochdurchsatz-Systeme (Bioassays, in vitro Analytik) zur Entdeckung und Entwicklung neuer Substanzen mit nachweisbaren Wirkmechanismen werden benötigt. Wirkstoffe müssen (enantiomeren)rein sein und kosteneffektiv synthetisiert werden können. Durch Strukturierung von Produkten im sub-µm und Nanometerbereich müssen Bioverfügbarkeit und Bioaktivität besser gesteuert werden.
  5. Die mikrobiologische Lebensmittelsicherheit stellt uns auch heute noch vor große Probleme: Heutige Nachweismethoden sind zu langsam und unspezifisch. Moderne, schnelle, unterartenspezfische Inline-Kontroll-Verfahren werden dringend benötigt.
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Eine Antwort zu Thesen zu „Gesundheit und Ernährung“

  1. petrafoerst schreibt:

    Neben der regionalen und jahreszeitlichen Schwankung der Rohstoffe, die zukünftig vermutlich noch zunimmt, kommt die Schwankung in der Qualität/Zusammensetzung der Rohstoffe hinzu, der durch ein verbessertes Prozessverständnis und geeignete online-Messtechnik begegnet werden kann.

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