Gibt’s noch Fragen? Jede Menge! – Impressionen vom ersten Vormittag

von Kathrin Rübberdt, DECHEMA

Natürlich wird es zum ProcessNet-Zukunftsworkshop ausführliche Protokolle geben, in denen systematisch und vollständig die Ergebnisse niedergelegt sind. Einige Impressionen wollen wir aber schon während und kurz nach dem Workshop mit Ihnen teilen.

Erster Eindruck: Es ist eine gute Idee, die Kernthemen im Plenum vorzustellen, das eine weite Bandbreite von unterschiedlichen Expertisen umfasst. Denn einiges ist dadurch für jeden Zuhörer neu, und das führt dazu, dass auch grundsätzliche Fragen gestellt werden

Zweitens: Die Themen sind – zumindest innerhalb dieser Gruppe –unterschiedlich stark vordiskutiert. Dass Chemie für die Energieumwandlung und –speicherung wesentliche Beiträge liefern kann, ist Konsens; die Diskussionen machen sich hier eher am Detail fest, wie etwa an der Rolle der stofflichen Speicherung. Dagegen ist die Vision von Europa als Bergbauregion mit weitgehender Selbstversorgung eher überraschend. Und beim Thema „Re-Use vor Recycling“ und den anschließenden Diskussionen gibt es auch Widerspruch. Fördert „Mieten statt Kaufen“ tatsächlich den Re-Use, oder erhöht es noch die Frequenz, mit der neue Handymodelle in den Markt gedrückt werden?

Drittens: Meinungen können sich ändern! So stieß anfangs die These, 3D-Drucker könnten einen großen Beitrag zu mehr Effizienz in der Verfahrenstechnik leisten, bei vielen auf Unverständnis. Doch es kommt auf den Kontext an: Der Schlüssel ist nicht das Herstellverfahren, sondern die enorme Flexibilität, die daraus entsteht: Komponenten mit Anschlüssen an allen möglichen und unmöglichen Stellen, vergleichsweise preiswerte komplexe Strukturen, die Kombination zu größeren Bauteilen… das eröffnet natürlich ganz neue Möglichkeiten für die Gestaltung verfahrenstechnischer Prozesse. Also doch: Der 3D-Drucker ist einer näheren Betrachtung wert.

Viertens: Die Entwicklungen der Verfahrenstechnik finden nicht im luftleeren Raum statt. Politische und gesellschaftliche Entwicklungen müssen berücksichtigt werden: Industrielle Wassernutzung steht im großen Kontext des Umgangs mit Wasser insgesamt, Bergbau kann ohne öffentliche Akzeptanz nicht stattfinden und Konzepte für Rohstoffnutzung funktionieren nur, wenn das Verbraucherverhalten berücksichtigt wird. Paradebeispiel für die enge Vernetzung mit verschiedensten Themen ist aber der Lebensmittelbereich: Verfahrenstechnik, Gesundheit, Ressourcen, Verbraucherakzeptanz spielen dabei eine Rolle.

Nach dem vielversprechenden Auftakt geht es heute Nachmittag in die Themen-Cafés und die Workshops – wir berichten weiter.

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