Eingetaucht: In Themencafés und Workshops geht’s den Themen auf den Grund – Impressionen vom Nachmittag des 1. Workshop-Tages

Kathrin Rübberdt, DECHEMA e.V.

Immer tiefer in die Materie eintauchen – so lässt sich der Nachmittag am ersten Tag des ProcessNet-Zukunftsworkshops beschreiben. Den Auftakt bildeten die Themencafés: In drei Runden konnten sich alle Teilnehmer zu den sechs Schwerpunktthemen Gedanken machen, Fragen stellen, Ideen entwickeln und alles auf der Tischdecke verewigen. Es ging um Technologie, es ging um Forschung, aber es ging auch um grundsätzliche Fragen: Was ist ein „gutes Lebensmittel“? Wie bringt man Designer und Werkstoffwissenschaftler dazu, miteinander zu arbeiten? Wie vermitteln wir der Öffentlichkeit, welche wichtige Rolle Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz in der Verfahrenstechnik spielt? Grundlage der Diskussion waren Trends, die die Teilnehmer für das jeweilige Feld in den nächsten Jahren sehen. Darauf aufbauend ging es um mögliche Handlungsfelder.

In der Verfahrenstechnik zum Beispiel ist die Flexibilisierung und Modularisierung schon länger ein Thema, denn so lassen sich Prozesse intensivieren. Doch auch die Dynamisierung ist eine wichtige Frage: Müssen Prozesse wirklich immer auf einem konstanten Level gefahren werden, oder können sie beispielsweise in  Abhängigkeit vom Energieangebot hoch- und runtergeregelt werden?

Auch beim „Dauerbrenner“ Energieumwandlung und –speicherung gab es intensive Diskussionen. Hier ging es vor allem um die intelligente Kombination von Technologien zu Hybridverfahren. Wichtiger Hinweis hier: Wenn Energie „ohnehin da ist“ und sonst als Wärme verloren gehen würde, ist die Frage des Wirkungsgrads bei der Umwandlung und –speicherung neu zu stellen.

Im Fall der Lebensmittel waren wichtige Fragen die bessere Nutzung von Nährstoffen bzw. die Erschließung neuer Quellen, um beispielsweise hochwertige Proteine zu gewinnen. Aber auch dezentrale Erzeugung sowie Analytik sowohl der Nährstoffe als auch für die Lebensmittelsicherheit standen am Ende auf der Liste.

Produktionsintegrierter Wasserschutz ist kein ganz neues Thema, aber ein wichtiges. Vision die vollständige Schließung von Wasserkreisläufen; das ist besonders in wasserarmen Regionen essentiell, wenn eine nachhaltige Industrie aufgebaut werden soll. Außerdem werden Vorprodukte beim Water Footprint bisher nicht erfasst, und ein übergreifendes Konzept zum Water Footprint fehlt.

Ist Deutschland ein rohstoffarmes Land? Nein, sagen viele Experten. Die Frage ist, wie die vorhandenen Rohstoffe erschlossen werden können. Neu denken muss man beispielsweise die Koppelproduktion: Viele Rohstoffe werden nicht in eigenständigen Minen gewonnen, sondern als Nebenprodukte anderer Prozesse. Auch das Monitoring von Aktivitäten in großer Tiefe war ein wesentlicher Diskussionspunkt.

Im Falle von Recycling sahen die drei „Tafelrunden“ Handlungsbedarf über den gesamten Produktlebenszyklus. Schon in der Entwicklung sollte Rohstoffverfügbarkeit und das Recycling eine Rolle spielen. Komponenten lassen sich daraufhin optimieren, dass hinterher Stoffe, die getrennt werden müssen, auch leicht wieder zu trennen sind. Dafür sind unter anderem die Fügetechniker gefragt.

Mit den Handlungsfeldern aus den Themencafés, die hier nur in groben Auszügen wiedergegeben sind, gingen die Experten anschließen zu ihren jeweiligen Bereichen in Klausur. Mehr dazu demnächst.

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