Themencluster Gesundheit und Ernährung: Handlungsfeld Intelligente, funktionale und nachhaltige Verpackungen

215px-Vermeer_-_The_MilkmaidKann ich diese Milch noch trinken? Sie riecht unauffällig, ist auch nicht grün oder blau… aber das Mindesthaltbarkeitsdatum ist überschritten. Und der Internationale Milchwirtschaftsverband warnt davor, dass „einige schädliche Bakterien [sich] rasant und unkontrolliert vermehren oder sogar gefährliche Toxine produzieren [können], ohne dass sie eine nachteilige Wirkung auf die arganaleptische Qualität (Geruch, Geschmack, Textur) des betroffenen Lebensmittels haben.“ Also doch lieber wegschütten und damit zum Berg entsorgter Lebensmittel beitragen?

Ein Mittel gegen solche Gewissensnöte könnten Smart Labels sein. Anstelle eines aufgedruckten Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatums könnten sie tatsächlich messen, ob der Packungsinhalt mikrobiell belastet oder ranzig ist und das entsprechend anzeigen. Es gibt heute schon Systeme, die den Feuchtigkeitsgehalt messen oder eine Warnfarbe annehmen, wenn die Kühlkette unterbrochen wird. Auch der pH-Wert lässt Rückschlüsse auf den Zustand des Lebensmittels zu. Ein Forschungsthema könnte also sein, den Anwendungsbereich dieser Labels weiter auszuweiten und sie gleichzeitig so preisgünstig zu machen, dass sie auch in der Fläche einsetzbar sind. Das wäre nicht nur ein Beitrag zur Gesundheit, sondern auch zum vernünftigen Umgang mit Lebensmitteln. Gleichzeitig überschneidet sich dieser Bedarf mit einem weiteren Handlungsfeld: Die Forderung nach dem Schnellnachweis pathogener Mikoorganismen steht nicht erst seit EHEC auf der Agenda.

Doch Verpackungen sollen noch mehr leisten. Damit das Smart Label gar nicht erst nicht reagieren muss, sollen sie Aromen drin und Wasser – je nachdem – drinnen oder draußen halten. Sie sollen selber nichts ausdünsten, was nicht ins Lebensmittel gehört und gleichzeitig einen möglichst ungehinderten Blick auf den Inhalt erlauben. Und sie sollen kostengünstig, leicht, gut zu handhaben und recycelbar sein. Eine Menge Anforderungen also; angesichts neuer Materialien wie biobasierter Kunststoffe ergibt sich hier ebenfalls ein weites Forschungsfeld.

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