Ressourcen und Rohstoffwandel – Was kann die Reaktionstechnik zur Sicherung unserer Zukunft leisten?

Nachwuchswissenschaftler aus ganz Deutschland trafen sich zur NaWuReT-Summerschool in Bayreuth

Dr.-Ing. Florian Heym, Chemische Verfahrenstechnik, Universität Bayreuth   

Die Verfügbarkeit von Ressourcen ist für die chemische Industrie von zentraler Bedeutung. Deshalb stellt sie der Rohstoffwandel vor große Herausforderungen. Die Umsetzung unterschiedlichster Rohstoffe stellt dabei hohe Anforderungen an die Reaktionstechnik. Zu dieser Thematik veranstaltete der Nachwuchs der ProcessNet-Fachgruppe Chemische Reaktionstechnik (NaWuReT) vom 25.-27. September die Summerschool „Beiträge der Reaktionstechnik zur Bewältigung von Ressourcenknappheit“ in Bayreuth. 32 Nachwuchswissenschaftler der Fachrichtungen Chemieingenieurwesen, Verfahrenstechnik und Technische Chemie und 8 Referenten aus Industrie und Wissenschaft teilten dabei ihre Ansichten und Visionen hinsichtlich der zukünftigen „Welt 3.0“.

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NaWuReT-Summerschool 2016 – Teamarbeit © F.Heym

Im Fokus standen die kritische Auseinandersetzung mit dem Fachgebiet Reaktionstechnik, den eingesetzten Methoden und Verfahren sowie dem derzeitigen und zukünftig zu erwartenden Rohstoffwandel und seinen Folgen für die Energiebereitstellung und die chemische Industrie. Dazu fanden Impuls- und Diskussionsvorträge aus Industrie und Akademia zum Thema Ressourcen, Ressourcenknappheit und Rohstoffwandel sowie intensive Teamarbeit statt. Im Laufe der Summerschool wurde den Teilnehmern klar, dass weltweit kurz- und mittelfristig keine direkte Ressourcen-/Rohstoffknappheit für die Chemische Industrie vorliegt. Die lokale Ungleichverteilung von Rohstoffen, Energieengpässe aufgrund weltweiter Klimaschutzziele, Änderungen in Rohstoffen im petrochemischen Bereich sowie die Flexibilisierung der technischen Anlagen als Folge daraus stellen die große Herausforderung der Reaktionstechnik in der Zukunft dar.

Prof. G. Schaub (KIT Karlsruhe): „Sowohl am geselligen Abend wie in der Sitzung am Vormittag hatte ich den Eindruck einer sehr lebendigen und engagierten Gesellschaft. Die Summerschool erfüllt offensichtlich den beabsichtigten Zweck, Erfahrungen in eigenen Forschungssituationen und reaktionstechnischen Arbeitsgebieten auszutauschen und im Hinblick auf vorgegebene allgemeine Aspekte wie beispielsweise die Ressourcenschonung zu diskutieren. Mein kurzer Besuch bei den jungen Wissenschaftlern war sehr erfreulich“

Die 32 Teilnehmer aus ganz Deutschland stellten sich parallel zum Vortragsprogramm in sechs Teams der herausfordernden Fragestellung: „Was ist der wichtigste Beitrag der Reaktionstechnik zur Vermeidung von Ressourcenknappheit?“. Diese Fragestellung wurde mit enormem kreativen Potential und Engagement bearbeitet. Als Preis gewann das beste Team das Lehrbuch „Chemical Technology“ von A. Jess und P. Wasserscheid sowie die Teilnahme am Jahrestreffen Reaktionstechnik 2017 in Würzburg.

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NaWuReT- Summerschool 2016 – Gewinnerteam in Aktion © F.Heym

Das Gewinnerteam illustrierte auf kreative Weise, warum ein Urzeitmensch schon mit Ressourcenknappheit zu kämpfen hatte und dass die ersten Reaktionstechniker schon vor vielen tausenden von Jahren den Grundstein für den wohl wichtigsten Beitrag der Reaktionstechnik zur Vermeidung von Ressourcenknappheit gelegt haben. Wer mehr dazu erfahren möchte ist herzlich dazu eingeladen, das Gewinnerteam an seinem Poster auf dem Jahrestreffen Reaktionstechnik 2017 zu besuchen.

Prof. H Zanthoff (Evonik, Marl): „Nachwuchsförderung und Vernetzung in der Reaktionstechnik sind entscheidende Erfolgsfaktoren für eine effektiv funktionierende Forschung und Entwicklung an der Hochschule und in der Industrie. Die Summer School trägt dazu bei. In zwangloser Runde werden Fragestellungen zu aktuellen Themen der Reaktionstechnik fokussiert diskutiert und so der Informationsaustausch zwischen Hochschule und Industrie gefördert. Gut ausgebildete technische Chemiker und Chemie-Ingenieure sind gefragte Kandidaten für Positionen in Forschung, Entwicklung und Produktion der chemischen Industrie. Interessant und wichtig war für mich auch der Ansatz, im Rahmen der Summer School auch methodische Aspekte jenseits der klassischen Reaktionstechnik vorzustellen, zu diskutieren und anzuwenden.“

Die Umsetzung der diesjährigen Summerschool wurde durch die finanzielle und organisatorische Unterstützung der DECHEMA und die finanzielle Unterstützung der Firmen Clariant und Evonik ermöglicht. Hierfür vielen Dank auch im Namen aller Teilnehmer.

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NaWuReT-Summerschool 2016 – Gruppenfoto © F.Heym

Vorträge

  1. Burger (TU Kaiserslautern)
  2. Datsevich (Universität Bayreuth)
  3. Lade (Clariant GmbH)
  4. Schaub (KIT Karlsruhe)
  5. Zanthoff (Evonik Technology and Infrastructure GmbH)

Organisationsteam

  1. Heym (Universität Bayreuth)
  2. von Harbou (Universität Kaiserslautern)
  3. Ziegenbalg (Universität Stuttgart)

Zum Programm der NaWuReT-Summerschool 2016

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